Hierapolis


Hierapolis
Hi|erạpolis
 
[griechisch »heilige Stadt«],
 
 1) antike Stadt in Westanatolien, Türkei, nördlich von Denizli auf einem Travertinplateau. Ein stark besuchtes Touristenziel sind v. a. die weißen, Pamukkale (türkisch »Baumwollschloss«) genannten Kalksinterterrassen im Bereich von Hierapolis, die sich durch Ausscheidung von Kalkstein aus dem kalk- und kohlensäurereichen, 35 ºC warmen Wasser, das aus einem Quellteich tritt, gebildet haben. Mit dem bereits in der Antike genutzen Quellwasser werden die Schwimmbäder der inmitten der Ruinenstadt liegenden heutigen Hotels gespeist. - Hierapolis wurde wohl unter Eumenes II. von Pergamon um 190 v. Chr. gegründet und war seit 133 v. Chr. Teil der römischen Provinz Asia. Hierapolis wurde erst 1334 n. Chr. aufgegeben. Die antike Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Baureste besonders aus der Blütezeit der Stadt im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr., v. a. der große Gebäudekomplex der Thermen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Das östlich davon gelegene heilige Becken der Therme ist heute noch nutzbar; nahebei Nymphäum mit Wasserbecken (4. Jahrhundert n. Chr.) und Reste des Apollontempels (3. Jahrhundert). Weiter oben am Hügel gut erhaltenes römisches Theater (um 200 n. Chr.), dahinter Spuren der römischen Mauern, außerhalb derer wurde weiter nördlich am Berg das Martyrion (Oktogon; 4./5. Jahrhundert) des Apostels Philippus freigelegt; in der Stadt selbst vier weitere Kirchen. Von Südosten nach Nordwesten verlief die blaue Kolonnadenstraße, das Nordtor wurde 82/83 unter Kaiser Domitian errichtet. Grabbauten seit hellenistischer Zeit besitzt die ausgedehnte Nekropole. - In den Thermen Museum.
 
 2) antike Stadt in Nordsyrien, an der Straße von Aleppo nach Urfa, ursprünglich Mạbbig, in assyrischen Quellen des 9. Jahrhunderts v. Chr. Bạmbyke, seit der römischen Kaiserzeit Hierapolis, heute Mạbidj [-dʒ]; Heiligtum der Atargatis; wichtige Handelsstation zwischen Rom und dem Osten; geringe Baureste.

Universal-Lexikon. 2012.

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